Fototipps

Spiegelungen fotografieren

Hotel Schweizerhof am Ufer des Vierwaldstättersees in Luzern bei Nacht

Spiegelungen im fotografischen Bild erweitern den sichtbaren Raum und verändern die Wahrnehmung von Oberflächen. Bei der Arbeit mit reflektierendem Licht – insbesondere in nächtlichen Szenarien – bildet das Zusammenspiel von Lichtquellen und ihrer Repräsentation in Wasserflächen oder auf nassen Untergründen eine gestalterische Grundlage.

Voraussetzungen für die Motivwahl

Die Wahl des Standpunkts ist für die Erfassung von Spiegelungen entscheidend. Du suchst dir dabei gezielt Gewässer oder ebene, feuchte Flächen, um die künstlichen Lichtquellen in den Bildaufbau einzubeziehen. Die Positionierung im Verhältnis zum Objekt ermöglicht es dir, Architektur und Lichtinstallationen präzise zu spiegeln.

Technische Gestaltung der Reflexion

Mit den passenden Belichtungseinstellungen steuerst du den Charakter der Spiegelung. Durch die Verwendung längerer Verschlusszeiten lassen sich Bewegungen des Wassers reduzieren, was die Abbildung der Lichter harmonisch fliessend erscheinen lässt. Die Wahl der Blende zwischen f/4.5 und f/22 hilft dir dabei, die Tiefenschärfe an den jeweiligen Bildaufbau anzupassen.

Was Spiegelungen fotografieren verändert

Spiegelung der Museggmauer und der Stadt Luzern in einer Pfütze auf dem Boden
15 mm · f/20 · 1/100 s · ISO 400

Gestalterische Tiefenwirkung

Durch die Platzierung von Spiegelungen in Pfützen oder Gewässern im Vordergrund erzeugst du eine räumliche Trennung zwischen Motiv und Betrachter. Dieser Aufbau führt zu einer messbaren Steigerung der Tiefe innerhalb deiner nächtlichen Aufnahmen.

Der Wachturm der Museggmauer in Luzern spiegelt sich in einer Pfütze auf der Strasse
22 mm · f/9 · 1/40 s · ISO 400

Lichtführung im Bildaufbau

Du nutzt Spiegelungen von Lichtinstallationen, um die Lichtquellen im Bildaufbau doppelt zu verwenden. Dies erlaubt dir eine gezielte Steuerung der Aufmerksamkeit auf architektonische Elemente, wobei die Brennweite zwischen 15 mm und 100 mm den Bildausschnitt definiert.

Kapellbrücke und Wasserturm in Luzern mit Pilatus im Hintergrund
24 mm · f/7.1 · 1/2 s · ISO 100

Ruhige Darstellung von Reflexionen

Die Wahl der Verschlusszeit bestimmt, wie stabil die Spiegelung auf dem Sensor abgebildet wird. Eine längere Belichtung beruhigt die Wasserbewegung und erzeugt eine glatte, klare Wiedergabe der reflektierten Lichtpunkte.

Drei konkrete Praxisbeispiele

Fassade des Hotel Schweizerhof Luzern mit bunten Lichtprojektionen des Lilu Lichtfestivals bei Nacht
30 mm · f/8 · 1/5 s · ISO 800
Hotel Schweizerhof am Ufer des Vierwaldstättersees in Luzern bei Nacht
149 mm · f/9 · 4 s · ISO 100
Blaue Lichtinstallationen bei Bäumen am Ufer des Vierwaldstättersees während des Lilu Lichtfestivals in Luzern bei Nacht
30 mm · f/16 · 13 s · ISO 800

Meine wichtigsten Tipps

  1. Wähle eine längere Verschlusszeit, um die Wasserbewegung zu beruhigen und Spiegelungen harmonisch fliessend abzubilden.
  2. Suche dir ein Gewässer oder Pfützen auf ebenen Flächen, um die Spiegelungen künstlicher Lichtquellen optimal in deine Komposition einzubeziehen.
  3. Nutze Spiegelungen auf nassen Strassen oder in Pfützen gezielt als gestalterisches Element, um Tiefe in die nächtliche Szenerie zu bringen.

Fotografien zu diesem Tipp

6 Fotografien mit Tipps

Die genauen Kameraeinstellungen zu jeder Aufnahme stehen jeweils darunter - ein Ausgangspunkt, um den Look selbst nachzustellen. Klicke auf eine Fotografie, um unter „Fotografie-Tipps zu diesem Bild" die ausführlichen Tipps zu genau dieser Aufnahme zu sehen.

Verwandte Themen

  • Architektur
  • Stadt
  • Licht
  • Einstellungen
  • Komposition
  • Perspektive
  • Luzern
  • Blaue Stunde
  • Nacht
  • Abendlicht